DE EN

Start

Warum?

Über mich

Die Höchsten

Gipfel & Grenzen

Kathedralen im
Meer

Von nun an geht's bergauf

Meine Höchsten

Deutschland extrem

Deutschland
ringsherum

Zu den Quellen!

602 Grenzsteine

Vier Grate-Ein Gipfel

Eigener Staat oder Niemandsland?

Berge der Bibel

Gästebuch

Was als Nächstes?

Schlüsselbegriffe

Links

Kontakt

Impressum/AGB

 

 

Gottesstaat auf dem Athos – Agion Oros





Ohne Diamonitirion kein Eintritt in den Athos – und für Frauen schon gar nicht


Auszüge:

"Morgens um 7 Uhr, eine halbe Stunde bevor das Pilgerbüro öffnet, stehen schon ein Dutzend Männer, alle Griechen, vor dem Iερα Επιστασια Aγιoυ Oρoυς Aθω ΓPAΦEIO ΠPOCKYNHTΩN, der Heiligen Exekutive des Heiligen Berges Athos – Büro für Pilger. Die Heilige Exekutive öffnet schon ein paar Minuten vor der Zeit. Sofort ist das Grafeio Proskyniton überfüllt. Alex Gkikas vom Büro in Thessaloniki hatte mich instruiert, daß ich schon am 18. Mai hier vorsprechen solle, wenn ich ein Diamonitirion für den 23. Mai bestellt hätte.

Drei Offizielle arbeiten hinter einem Tresen. Als ich an die Reihe komme, bricht Staunen aus. 'You want it for this day?' Gemeint ist der 23. 'Ja, aber heute schon abholen'. 'That's impossible'. Eine fruchtlose Diskussion folgt für eine Weile, Nachschauen in langen Listen. Ein 'Schaub' ist in den Listen nicht zu entdecken. 'We have 400 people today', macht mir der Offizielle klar. Meint er 400 Pilger, die heute über den Athos herfallen wollen? Jedenfalls meint er, daß er zu viel Arbeit hat. Ich soll nach 10 Uhr 30 wiederkommen, da würde er den Fall klären.
 


 
"Wieder besuche ich das Pilgerbüro, nur weil mir eingefallen ist, daß ich vielleicht ganz gut daran täte, mir einen Fahrplan für die Schiffe zu besorgen, die die Halbinsel Athos umfahren. Große Überraschung: Fahrpläne für die regulären Schiffe gibt es nicht. Seltsam, das hätte ich nun eigentlich nicht erwartet. Nur für die Damen-Ausflugsboote, soll heißen für Leute ohne Diamonitirion, gibt es Zeiten für Abfahrt und Ankunft bei der privaten Betreibergesellschaft in einem Andenkenladen nahebei. Was unter 'Abfahrt' zu verstehen ist, ist klar, denn ich habe den Hafen von Ouranoupoli und seine Schiffe schon gesehen, aber was genau bedeutet 'Ankunft'? Ankunft wo? Mit 'Ankunft' sei 'Rückkehr' gemeint, erklärt mir die Dame, eine ausgewanderte Deutsche mit Doggengesicht, genervt über so viel Fragen. Urlauber fragen nicht nach Fahrplänen, nicht wo sie doch Urlaub machen wollen. Die Boote, die ich meinte, verrät mir auf Nachfrage ein Matrose der Damen-Gesellschaft, würden 'kommen und gehen'. Aha, ich werde mich also auf die Lauer legen müssen."


Über 2000 Meter steigt der Berg Athos aus dem Meer

 

 

"Noch stehe ich auf dem Mittelfinger der Halbinsel Chalkidike – Sithonía – und habe gerade eine kurze Nacht auf einem Parkplatz bei Sarti neben dem Sakramentshäuschen verbracht, mit Blick aufs Meer und über den Golf des Agion Oros hinüber zu der Pyramide des Berg Athos, als mich die rosenfingrige Eos weckt: Die Sonne will aufgehen, genug, um mich von meinem Schlaflager hochzujagen. Neben dem Sakramentshäuschen finde ich – nicht überraschend – gebrauchte Kondome und einen Beipackzettel. Es handelt sich um die Marke 'Again', die hier verwendet wurde, 'pink colored, strawberry scented, lubricated. Smooth surface ensures perfect fit and natural sensation in making love. Again condoms meet all major European and international quality standards such as EN ISO4074, Again condoms are among the first in Greece that have been awarded with CE certificate.' Na, dann kann ja nichts passiert sein; ich hoffe, die beiden hatten ein schönes Erlebnis."





"Der Archontaris, zu deutsch Quartiermeister, empfängt mich im Archontariki – APXONTAPIKI = Gästehaus – und serviert das übliche Süßzeug, Anisschnaps und Wasser. Er studiert aufmerksam mein Diamonitirion und meine Reservierungsbestätigung. . 'Do you have children?' Ja, zwei Jungen. 'That's good. How old?' 33 und 35. 'Do they want to come to Athos?' Ich verstehe, ich bin ihm schon zu alt – der Athos braucht frisches Blut. Ich erkläre, daß sie andere Interessen haben. 'Did you propose to them?' Nein. Ich begreife, wenn ich als Vater meinen Söhnen eine Pilgerreise zum Athos vorschlagen würde, es ihnen einredete, meint er, sie einfach mitkommen müßten. Sie müßten, denkt er, weil ich als Vater Autorität über sie habe.

Doch diese Zeiten sind vorbei. 'Maybe if they are 65 and have children of 12 or 13, they would understand.' May be.


 

 "Unter dem mittlerweile gnadenlos heißen Mittagshimmel scheint sich die Steilküste in eine orientalische Märchenvision zu verwandeln. Die Sonne meißelt gleißend die Konturen der Felsen, Wälder und Hütten, in scharfem Kontrast zu schweren,  schwarzen Schatten, während ich darüber nachsinne, warum die tausendfältige, das Leben ausfüllende und überhäufende schöpferische Kraft des Weiblichen hier nichts gilt, alles hingegen der Mannmensch in seinem erbitterten und verlogenen Kampf mit einem ebenso gütig wie grausam erdachten Gott. Bärtige Mönche, zerfressen von Bedrängnissen, die nichts Göttliches haben, sitzen starr wie Ikonen auf steinernen Vorsprüngen an den Wänden des Klosters, als ich Gregoriou betrete. Ich frage mich wieder, was sich in ihren Köpfen abspielt, doch außer dem violetten Golf, in dem sie ihr eigenes Bild betrachteten, weiß das zweifellos niemand.

Ich habe das Wesen des Athos offenbar immer noch nicht begriffen. Von wegen Diskriminierung! Der Athos ist ein einziges Marienheiligtum, also einer Frau gewidmet! Man muß es nur richtig sehen, dann eröffnet sich einem die ganze Wahrheit.

[...]

Wer hier kommt, klagt der Archontaris, kommt vor allem, um zu fotografieren, andere um sich an der Frauenlosigkeit des Berges und ihren Symptomen zu ergötzen. Dann gibt es welche, die die Fresken und Bücher studieren wollen, auch um der Wissenschaft willen als Botaniker, Geologen und Urkundenforscher.' Er vergißt zu erwähnen, daß es auch wenige wie mich gibt, die des Bergsteigens wegen kommen. 'Aber wer kommt als Pilger?' ruft er aus. Von allen genannten Gruppen komme ich dem Ideal des Pilgers vielleicht noch am nächsten. Nur mein Hirn ist noch nicht aufnahmebereit.

Noch immer ist es nicht spät genug am Tag, um nicht noch den Sprung zum nächsten Kloster zu wagen: Dionysiou. Die auf dem Mauervorsprung dösenden Mönche würdigen mich nicht einmal eines Seitenblicks, was sicher bedeuten soll, daß ich in ihren Augen nichts zähle. Ich bin für sie wie ein lästiges Insekt."



Fromm und bigott: eine Exklusiv-Theokratie

 

"Am Strand unter dem Kloster hätte ich im Meer baden gehen können, doch es trieb mich hier hoch, denn wer weiß, wann in Pavlou das Abendessen serviert wird. Jetzt sitze ich hier, frisch gewaschen, doch das Beten will kein Ende nehmen. Für die zweite Hälfte des Gottesdienstes werde ich per Handbewegung eingeladen und darf nun eine halbe Stunde in der abgedunkelten, schwer mit Kronleuchtern behängten Basilika auf einem Holzbänkchen nahe des Eingangs ausharren. Seitlich im Gestühl sitzen schwarz behängte Gestalten mit Rauschebärten, einem eigentümlichen Singsang huldigend. Zuletzt geht es im Ringelreihen reihum, vor allen Ikonen und messingnen Reliefbildern, teils rhythmisch sich bekreuzigend, teil sich verbeugend. Zuletzt gibt einer der Alten das Zeichen zum Essen, und alle strömen ins Trapeza – wie das Refektorium heißt.

Ich ströme mit ihnen und werde sogleich mit ein paar anderen Touristen ausgesondert und an einen Katzentisch gesetzt. Alle Mönche sitzen links auf Bänken aufgereiht, die griechischen Touristen in der Mitte und ein einsamer amerikanischer Student und ich von allen anderen getrennt rechts außen. Wir werden sofort zum Schweigen verdonnert, denn während des gesamten Essens ist Sprechen nur Einem vorbehalten, einem Mönch, einem Starez, der vor allen von einem Pult aus in indoktrinierendem Ton mit vor Göttlichkeit schweren Augenlidern irgendwelche Weisheiten deklamiert, während alle anderen nur stumm vor sich hin kauen und schmatzen. Es gibt gegrillten Fisch, grünen Salat, Brot, Wein und einen Apfel."


 
"Über Nacht im Halbschlaf werde ich mehrere Male vom Schlagen des Schlegels auf das Simantron gestört. Klar, daß Mönche so lange schlafen, wenn sie zwischendurch immer eine Runde beten müssen. Klar, daß ich mich auch ihrem Rhythmus anzupassen habe. Sonst herrscht absolute Ruhe; abgesehen vom Gemurmel der Betenden und den Schreien von Käuzchen stört nichts den Frieden.

Ich wache wie üblich um 6 Uhr auf, schaue aus dem Fenster, stelle fest: schönes Wetter. Und trotzdem muß ich mich noch zu einer Stunde Halbschlaf zwingen. Wie ich das Eingezwängtsein in Abläufe eines Hotels hasse! Schon längst könnte ich auf und davon sein! Stattdessen dusche ich; nun, wenigstens ist das auf der Habenseite zu nennen. Das Kloster, das zu Selbstbeschränkung und Einfachheit zwingen will, verfügt über den Luxus einer Dusche!

Punkt 7 Uhr 30 stehe ich unten am Eingang zur Trapeza und finde ihn verschlossen. Aus der Kirche dringt statt frühstücksvorbereitende Geschäftigkeit schon wieder mysteriöses Gebetsgemurmel, das sich mit der Zeit zu einem regelrechten Gesang steigert. Ab und zu schlurft ein Mönch mit übernächtigtem Gesicht hinein oder heraus, aber die Idee eines Frühstücks kann ich nicht aus den Mienen lesen. Es ist unerträglich für mich zielorientierten Menschen, ansehen zu müssen, wie man so die Zeit verstreichen lassen kann, und das Tag für Tag.

7 Uhr 50 schlägt ein Mönch wieder das runde Blech neben dem Simantron, während der Singsang in der Kirche ungestört weitergeht. Leise Geräusche sind aus dem Trapeza zu vernehmen, Zeichen eines gewissen Fortgangs der Ereignisse. 'Still church', sagt einer der durchgeistigten Brüder und verschränkt die Arme dabei. Soll heißen, mir als Heterodoxem ist der Besuch des Gottesdienstes versagt.

Ich betrachte die Kirche, die ich, wenn ich den Sinn dafür nur hätte, schön finden sollte. So schreiben es alle Reiseführer vor. Keiner sagt, daß das ockergelbe Ding mit den grauen Steinplattendächern dichtgedrängt von anderen Gebäuden eingeschlossen ist, gluckenhaft bedrängt, mit seinen ochsenblutroten Türmchen. Das gedrückte, blutrote, mit Kammern durchlöcherte Ding spiegelt meine eigene Bedrängnis wider.

10 Minuten nach 8 spreche ich einen der vorbeischlurfenden Popen an. Er gibt zu Kund und Wissen, daß es noch eine halbe Stunde dauern wird, bis die in der Kirche fertig seien mit Singen und Beten. Dann würden wir alle zusammen frühstücken.

Und ein verklärter Blick huscht über sein Gesicht. Unerträglich. Soll ich das mitmachen? Mein Ziel ist der Berg, nicht das Frühstück.

Vater Gregori macht mich darauf aufmerksam, daß ich nicht die Beine übereinanderschlagen soll, wenn ich hier warte, das gehöre sich nicht, denn das sei die Kirche, vor der ich sitze. Oh je! Das gibt mir den Rest. Beim Heiligen Zebedäus! Eine Kirche, die mir vorschreibt, wie ich in ihrem Vorraum zu sitzen habe, ist nichts für mich. Fluchtartig verlasse ich das Kloster und sitze schon zehn Minuten später auf dem Mäuerchen, das den Weg zu Agia Anna begrenzt und halte dort mein eigenes Frühstück ab. Bei aller Demut: Ob der Apostel Paulus, auf den sich das Kloster bezieht, das auch so gesehen hätte?

Abweisend schaut Pavlou zu mir herüber, wie es da hingeduckt auf seinem Felsen sitzt, viereckig und engstirnig. Solche Klöster sind nicht für die Herrlichkeit der Kirche gemacht, nicht für Ruhm und Triumph. Sie spiegeln eher Hinfälligkeit, Alter, Verbohrtheit.
"



Illegale Unterkunft finde ich bei Maria in der Gipfelkapelle

 

"Gemütlich lasse ich mich im Chorgestühl der Kapelle nieder und hole meine eineinhalb Liter Rotwein heraus, die ich mitsamt dem Wasser hier hochgeschleppt habe. Dann folgt das Abendessen. Decken liegen zusammengefaltet in einer Ecke. Maria, das Jesuskind und Josef schauen mit ernstem Blick von der Ikonostase zu, wie ich die Flasche hebe, Schluck für Schluck, und mir Brote schmiere. Hier, wo keine Frauen zugelassen sind, verehren sie eine Frau, Maria! Seltsame Logik, zumal doch Jesus auch nichts gegen Frauen hatte. Und er nahm das Brot, dankte und brach's und sprach: 'Dies ist das Brot' und aß es mitsamt der Cervelat-Wurst. Dann nahm er die Flasche, dankte und hob sie an die Lippen und sprach: 'Dies ist der Wein'. Josef – oder ist es Jesus? – sie werden mir die Gotteslästerung verzeihen, denn im Grunde meines Herzens lästere ich nicht, bin nur endlos zufrieden, daß ich den Gipfel rechtzeitig geschafft habe, daß die Kapellentür offen stand, daß nichts dagegen spricht, daß ich hier nächtige. Demütig und dankbar werde ich die Nacht unter ihrem Antlitz verbringen.

Beim lustvollen Gähnen hole ich mir einen Krampf ins Kinn und den Unterkiefer: Zeichen für ungenügenden Mineralhaushalt. Was kann ich dagegen tun? Einen Schluck aus der Pulle nehmen. Wein enthält Kalium.

Um 19 Uhr 45 breite ich Decken und Anorak unter meinem müden Haupte aus und schlupfe in den Schlafsack, decke mich mit einer kapelleneigenen Decke zu und wickle mich gut ein. Gut's Nächtle!"


 

Über den Wolken 


Theodoros Vasilikos besingt den Athos: http://www.youtube.com/watch?v=7X1yAPC49KY


 

 

 


"Ein Mönch mit Esel gesellt sich zu mir. Der Esel will auch trinken, der Mönch läßt ihn. 'Wie geht Deutschland?' spricht er mich an. Er hat 20 Jahre in Dortmund gearbeitet und ist jetzt Mönch auf dem Athos geworden. 'Euro schlecht. Alles doppelt so teuer.' Widerspruch. Er scheint nicht viel für differenzierte Betrachtungen übrig zu haben. 'Welche Religion?' will er wissen. Protestantisch. 'Richtig oder tralala?' Ich muß zum Glück nicht antworten, denn schon läßt er eine Tirade gegen die Protestanten ab, sehr zu meiner Überraschung, wo wir doch meinen, wir seien gewissermaßen gereinigte Katholiken, stünden also den Orthodoxen näher. Aber weit gefehlt: Wir erfrechen uns, beim Gebet direkt mit Gott zu sprechen. So etwas gehört sich nicht. Man braucht Mittelsmänner dazwischen, Heilige. Aha, ich lerne wieder dazu. Ziel meiner Wanderung auf dem Athos ist ja, auch etwas Neues zu lernen; hier habe ich Gelegenheit dazu.

'Auf Athos 20 Klöster, 19 tralala, nur Esphigmenou richtig orthodox.' 

'Ich bin ein orthodoxer Taliban', versteigt er sich und beginnt auf die Juden zu schimpfen. 'Juden finanzieren die Europäische Union und damit die 19 Klöster. 666er stehen in Brüssel, in der Apokalypse steht alles schon drin.' Ich stutze; das war ein wenig zu viel auf einmal. 'Was, Sie wissen nicht, was 666er sind? Na, kein Wunder, Sie als Protestant; Protestanten wissen halt nichts.' Er holt zu einer langatmigen Erklärung aus: '666er sind Computer, mit denen der Antichrist uns alle auf seine Seite ziehen will. Er macht das mit Mikrochips, implantiert unter die Haut. Damit ist völlige Überwachung möglich.' Ich verstehe immer noch nicht. Frage aber auch nicht nach, um das Gespräch nicht ausufern zu lassen. 'Sie wollen alle Macht über uns, und ihr Protestanten merkt nichts.' 'Apokalypse, Kapitel 13', empfiehlt er mir, und irgendwie kann ich das Gefühl nicht loswerden, er glaubt selbst nicht so recht daran."




"Vom Balkon der Kirchenunterkunft blicke ich auf Kuppeln unter mir und eine Bucht, wie in einem Amphitheater. Schon um 17 Uhr gibt es Abendessen. Alle sitzen an einer Tafel in der Küche, der Pater an der Spitze, der Pater steht auf, alle stehen auf. Der Pater spricht das Tischgebet mit viel Kyrieleison, alle bekreuzigen sich mehrfach. Nach einer Weile des Geleiers – beten nennen sie das – setzen sich alle wieder. Es gibt Hirsebrei mit grünem Salat, Rotwein und Wasser. Geredet wird hier beim Essen, aber nicht viel. Alle mampfen vor sich hin. Am Ende stehen wieder alle auf, und der Pater spricht noch einmal ein Endgebet, vergleichsweise kurz.

Dann sitzen wir auf dem Balkon und genießen den Abend. Der Pater hält auf griechisch ausschweifende Volksreden, dazu flötet eine Nachtigall – Aithóni, αηδόνι auf griechisch, lerne ich. Die Nachtigall flötet auch die ganze Nacht über, während wir vier Gäste im gemeinschaftlichen Schlafraum schnarchen."



"Ein alter Mönch aus Zypern erzählt mir, was es mit dem dreifachen Wunder von Simonos Petras auf sich hat. Drei Mal habe sich das heilige Öl vermehrt, 1974 zum ersten Mal, dann am 21. November 1989 und zuletzt 1999; seitdem ist das Ölgefäß immer voll – das dreifache ist in ein dauerndes Wunder übergegangen. Das Öl heilt Kranke im Krankenhaus. Gerade versucht man es an Vater Aemilianus, der im Frauenkloster, das er gestiftet hat, die Heilung von seinen Gebrechen sucht. Ob das hinterher so klar ist, wer für die Heilung gesorgt hat, das Öl oder die Frauen?"

 

Der Hafenkater leistet mir Gesellschaft, miaut und will was haben, aber gerade habe ich selbst meinen letzten Wurstzipfel verspeist. Eine Stunde verstreicht mit purem Nichtstun, da steigen zwei ehrwürdige Patres die Treppe zur Landestelle herab. Noch bevor sie „Guten Morgen“ wünschen, erschallt „Please no foto!“ Sind die noch ganz normal?



 

"Der Frauenzugang ...  wird streng geahndet"

 

"Nicht einmal weibliche Tiere sind erlaubt – mit Ausnahme von Katzen und Hühnern. Die einen fressen Mäuse, Ratten und Schlangen, die anderen legen Eier, deren frische Dotter die Mönche als Farbstoff für die Ikonenmalerei brauchen. Was also nützt, wird erlaubt. Aber nur Mönche, die Ikonen malen, dürfen Hühner halten. Frauen sind aber zu nichts nutze, eine tausendjährige Erkenntnis. Wenn ein Mönch mal eine Frau braucht, kann er sich ja Mariens bedienen. Fast peinlich, daß man Maria braucht. Aber so steht's in der Bibel, und was dort steht, stimmt."


Einsiedler und Kloster-Älteste singen Psalm 50: http://www.youtube.com/watch?v=Aw_n8kOhQ88&feature=related

 

Dieses Kapitel ist erhältlich als Teil von Buch O und

als CD mit pdf-Datei, 117 Seiten,  davon 97 teilweise mit Bildern, Karten, Wegskizzen und/oder Höhenprofilen, in ansprechender Plexiglas-Hülle, etikettiert, mit Titelbild und Titelbeschriftung,
zum Preis von € 14,90.    Rückfragen oder Bestellung bitte hier

Der Preis enthält MwSt., zuzüglich Porto bzw. Nachnahmegebühr. Die CD wird als Nachnahme oder gegen Vorauskasse als Warensendung geliefert. Selbstabholung nach Anmeldung erspart Portokosten! Die ausführlichen Liefer- und Zahlungsbedingungen finden Sie hier.

 

 

Weiter zum nächsten Kapitel