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Estland – Suur Munamägi. Und was mache ich mit der Enklave Dubki? 




Der Turm auf dem Suur Munamägi

 


 

Untsakad - Truudusetu Juulia: http://www.youtube.com/watch?v=tpljFml0lo4


Auszüge:

„Gegenüber vom Parkplatz führt ein neu angelegter breiter Kiesweg, teils mit Geländer gesichert – für die, die nicht schwindelfrei sind! – zu einem Kriegerdenkmal aus dem Freiheitskrieg, dann im Direttissima-Anstieg 138 Stufen hoch durch einen Ahorn-, Ulmen- und Fichtenmischwald bis zu einem Häuschen, wo man Andenken-Kitsch verkauft. 'Innekõkkõ oll muna' steht da angeschrieben, und schon ist mein Estnisch so gut, daß ich 'muna' als 'Ei' entziffern kann. Aber der Rest?

Es handelt sich tatsächlich um den Võru-Dialekt, und deswegen kann ich das Wort nicht im Wörterbuch finden. In Hoch-Estnisch schreibt man den Spruch 'ennekõike oli muna', und jetzt ist es klar: 'Vor allem war das Ei' steht da wörtlich. Estnische Schöpfungsgeschichte also, erster Akt: Zuerst schuf der Herr das Ei.

Weiter führt der Anstieg, jetzt aber ohne Stufen. Das heißt, ich habe nach 20 Minuten schon die Gipfelkuppe erreicht. Voraus ist schon der gewaltige Turm zu sehen. Zuletzt sind es doch noch einmal sechs Stufen auf das eingeebnete Gipfelplateau.

Im Turm sitzt eine Dame und verkauft Eintrittskarten. Ich habe noch nicht  Gelegenheit gehabt, estnische Kronen einzutauschen, aber kein Problem: Ich kann das lächerliche Eintrittsgeld von 30 Kronen sogar via Kreditkarte entrichten. Estland ist eben im Eiltempo ein sehr moderner Staat geworden ... Selbstverständlich will ich auf den Turm hoch, aber nicht mit dem Fahrstuhl. So muß ich mir nochmal 147 Stufen einer Wendeltreppe abringen, erst steinerne, dann eiserne. Und jetzt stehe ich endlich auf der Plattform. Ein stürmischer Wind empfängt mich. An einer Stange flattert die estnische Flagge. Ich bin 346,7 Meter über dem Meer. Plus vier Grad Celsius beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur am Suur Munamägi. Bis zu 125 Tage im Jahr kann am Gipfel der Schnee dauerhaft liegen, und das bis zu 45 Zentimeter hoch.“





Vor Dubki


„Von Mücken verscheucht, die sich plötzlich im regnerischen Wetter in Schwärmen aus den ufernahen Sümpfen erhoben, trete ich den Rückzug an. Auf halbem Weg zurück nach Värska komme ich an dem Seelein Saareküla järv vorbei. In seiner Nähe zweigt nach rechts ein Feldweg ab, direkt hinüber nach Popovitsa; dort endet der Weg nach drei Kilometer an dem Sträßchen, das von Värska aus nach Popovitsa führt. Etwa 100 Meter weiter geradeaus übers Feld, nicht ins Dorf Popovitsa hinein, und ich stehe an einem Schlagbaum, bezeichnet mit 'Era – Valdus' – Privatdomäne. Daneben ein gelbes, rundes Schild mit einer warnenden roten Hand und einer Aufschrift in drei Sprachen: 'Стой – Seis – Stop'. Unmißverständlich werde ich hier zum Stehen gebracht.

Daß ich nicht lache! Dubki Privatland!? Ich stehe an einer der seltsamsten Grenzen Europas: Über den gesamten Pleskauer- und Peipus-See ist die neue estnisch-russische Grenze entweder inmitten des Sees oder nahe seinem estnischen Ufer gezogen, und wo sie auf das Land überspringt, da tut sie es bestimmt und unwiderruflich. Nicht so beim Dorf Dubki: Dort schlägt sie einen Haken vom See her, völlig um das Dorf herum, und weiter am Ufer des Seitenarms von Podmotsa entlang, von dem ich gerade gekommen war, um erst beim Hof Velna endgültig auf das Land überzuspringen. Das Dorf Dubki gehört also zu Rußland, obwohl es auf dem ansonsten estnischen Ufer des Sees liegt.“






Grenzpfahl Nummer 536 - der höchste Punkt von Dubki bleibt unerreicht.





 

Dieses Kapitel ist erhältlich als Teil von Buch Q und

als CD mit pdf-Datei, 117 Seiten, davon 66 teilweise mit Bildern, Karten, Wegskizzen und/oder Höhenprofilen, in ansprechender Plexiglas-Hülle, etikettiert, mit Titelbild und Titelbeschriftung,
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