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Auf dem Jotunheimen Norwegens: Galdhøpiggen und Glittertind – 

Und wo finde ich den Höchsten im Zwitter Morokulien?



 Am höchsten Punkt Nordeuropas

Fernsicht


Auszüge:

 "Wir steuern nun im Bogen leicht nach links auf das Ende einer Art Mittelmoräne zu, die vom Gipfel her wie ein Sporn in den Gletscher hineinragt, und ersteigen sie auf ihrer südöstlichen Seite. Hier wird das Seil wieder abgelegt, und jeder steigt in seiner eigenen Geschwindigkeit weiter. Zuletzt geht es über einen mit Felsblöcken übersäten Rücken, den Nordgrat, durchsetzt mit einem etwas rutschigen Harschfeld, hinauf zu der futuristischen Gipfelhütte.

Die Hütte ist so überfüllt, und drinnen läuft mir die Brille an von den Dunstschwaden der feiernden kaffeetrinkenden Gäste, daß ich gleich die 50 Meter weiter zum etwa 20 Meter höher liegenden Gipfel weiterstürme, denn wie lange das wolkige Wetter noch hält, weiß man nicht. Da will ich lieber zuerst Bilder machen und mich danach erst erholen. 14 Uhr.

Der Gipfel ist genau wie die Hütte von Leuten belagert, vor allem der Stand mit dem fix montierten Fernrohr und die Rosette mit den Angaben, was wo in der Runde an Bergen und Seen zu sehen ist. Es ist keine Ruhe zu finden. Wenigstens mein nächstes Ziel, den Glittertind, finde ich deutlich vor mir im Osten stehend.

Gelegentlich blitzt die Sonne für einen Augenblick zwischen den Wolken durch – wenigstens stehen wir nicht im Nebel. Weiter drängen von unten die Massen nach. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Ich wühle mich schließlich wieder hinunter durch die auf den Felsen Lagernden – Vorsicht! Nicht auf die Finger treten! –, nur um in dem Hüttchen meinen Brustgurt abzugeben, denn ich wähle ja eine andere Abstiegsroute, so daß die Führer wieder mit hinunter nehmen müssen, was ich hochgetragen habe."

 



Karawane und Spalte




Vom Glittertind zum Galdhøpiggen


"Jetzt geht es einfach weiter, ja sogar sanft bergab in das Tal der Skauta. Eine Weile zögert der Weg noch, was er tun soll; dann erreiche ich eine Abzweigung: Der rechte Pfad führt südlich an der Ryggehø vorbei und über den Veslgluppaß – etwa 1662 Meter – nach Glitterheim, indem er südlich das Glittertind-Massiv umgeht. Die linke Abzweigung – 'meine' – wendet sich schon fast überfällig in einem fast rechtwinkligen Knick kurzentschlossen dem Bach zu. In einem Blockfeld läßt es sich leicht über die wasserumrauschten Felsen hüpfen, über die die Markierung geradewegs zieht.

Und dann wieder zunehmend steiler bergauf im Steindalen. Am oberen Ende des Steilsporns messe ich 1989 Meter Höhe und die Koordinaten mit 61 Grad 38,912 Minuten Nord 8 Grad 31,061 Minuten Ost. Nach einer kurzen, etwas flacheren Schwelle – 11 Uhr – noch steilerer Anlauf hinauf auf die blockübersäte Gipfelkuppe. Zuletzt wird es wieder etwas flacher; ich messe 2268 Meter Höhe und 61 Grad 39,034 Minuten Nord 8 Grad 32,049 Minuten Ost, umgehe einen Buckel rechts. Die Folge der 'T'-Markierungen auf dem letzten halben Kilometer flacht immer mehr ab. Zuletzt gehe ich über das blanke, knusprige Firneis des Gipfelgletschers an den Rand der Klippe, über die der Glittertind in seiner Nordwand spektakulär auf den Grjotbreen abstürzt. Ein wahnsinniger Tiefblick tut sich auf. Schaudernd trete ich ein paar Schritte zurück, um ja nicht zu hart an den Rand zu geraten. Aber da steht ja auch schon die Gipfelwächte vor mir. Ein vereister Schneegrat leitet hinüber. Fast würde ich Steigeisen oder Grödeln brauchen, um zu verhindern, daß ich unangenehm abrutsche – gefährlich ist es nicht, denn Eisbröckchen und kleine Bänder verhindern fatales Ausgleiten. Keine Gedanken mache ich mir, wie das wohl ausgesehen hätte, wenn ich hier vom Nebel eingehüllt wäre – da wäre es wohl besser, angeseilt in einer Gruppe unterwegs zu sein. Oder noch besser: Bei schlechtem Wetter sollte man diese Tour überhaupt nicht gehen, denn die Gefahr ist groß, daß man auf dem Gletscher den Weg verliert, und auf beiden Seiten des Gipfels – Süden und Norden – lauern Abgründe."





Die letzten Meter zum Gipfel des Glittertind


"Nur wenige Schritte sind es noch bis auf den rund gewölbten Gipfel. Diesmal finde ich hier oben außer ein paar Steinmännchen keine Gipfelzeichen, keine Hütte, keine Wanderer außer mir – doch das letzte nur für ein paar kurze Augenblicke, dann kommen schon ein paar von allen Seiten auf den Gipfel gekrochen, den ich glaubte allein zu besitzen. 13 Uhr 45. Bis 14 Uhr 10 halte ich es hier oben aus. 25 Minuten für einen Gipfel ist arg kurz, ich ziehe Handschuhe an. Flüchte in den Schotter unterhalb der Eiskuppe, um windgeschützt sitzen zu können."




Tiefblick


"Welch ein Unterschied zum Galdhøpiggen gestern! Hier auf dem Glittertind waren mit mir zusammen höchstens zehn Leute, alle enrsthafte Bergwanderer, keine Hunderte von Gelegenheitstouristen wie am Galdhøpiggen. Nichts auf dem Gipfel als die Eiskappe, nach Norden hin verwächtet und abstürzend auf den Grotbreen.

Es ist mittlerweile 15 Uhr 30, und ich stehe immer noch an der Kante zum Steilabfall ins Tal des Steindalselve, vor mir die ganze Szenerie meines Aufstiegs und den Galdhøpiggen als krönenden Abschluß am Horizont. Nur das Wetter gefällt mir nicht: Dunkle Regenwolken ziehen von Osten herein. Um 16 Uhr habe ich den Bach Steindalselve erreicht und lasse mich trotz allem schon wieder zu einer langen Rast nieder. Im Geiste habe ich den Gipfel nachzugenießen, besser die Gipfel, den des Galdhøpiggen noch mit eingeschlossen. Und der Glittertind war der letzte bedeutende Berg für mich in diesem Jahr. Rückblick also auf ein ganzes Jahr voller Bergerlebnisse und glücklich zugefallener Erfolge!


Ich höre dem Rauschen des Wassers zu, wie es über die blanken Steine gurgelt."
 

Die Gruppe "Glittertind" singt "Nor Norge, Kjæmpers Fødeland": http://www.youtube.com/watch?v=_4a6bSgrstQ

 



Morokulien: Bin ich in Schweden oder Norwegen? Oder in beiden zugleich?


Dieses Kapitel ist erhältlich als Teil von Buch P und

als CD mit pdf-Datei,  205 Seiten,  davon 173 teilweise mit Bildern, Karten, Wegskizzen und/oder Höhenprofilen, in Plexiglas-Hülle, zum Preis von € 19,90.    Rückfragen oder Bestellung bitte hier

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