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Jenseits des Horizonts: South Georgia – Mount Paget



 

Auszüge:


"Was in aller Welt führt mich in den Südatlantik, wo ich doch nur die höchsten Berge aller europäischen Länder besteigen will? Es ist ganz einfach dieselbe Logik, mit der ich auch Dänemarks 'Höchsten' auf Grönland und Hollands 'Höchsten' auf der Karibikinsel Saba besteigen 'mußte': Wenn immer Berge in den Kolonien höher sind als der höchste Berg im Mutterland, dann steht der höchste Berg der Kolonien auch auf meiner Liste. Und so belehrte mich ein Blick in den Atlas, daß an zwei Stellen des noch verbliebenen britischen Weltreichs Berge zu finden waren, die den schottischen Ben Nevis an Höhe übertrafen: erstens eine ganze Reihe von Gipfeln auf der Südatlantik-Insel South Georgia, andererseits der Queen Mary's Peak auf Tristan da Cunha, ebenfalls 'weit dort unten', auf einem einsamen Eiland zwischen Kapstadt und Buenos Aires."







"Mir war sofort klar: Ich würde ein Problem bekommen. Nicht nur bräuchte ich fremde Hilfe, um den Mount Paget zu besteigen, am besten in einer organisierten Gruppe von Gleichgesinnten; dazu müßte ich auch erst mal hinkommen. Das Wetter auf Südgeorgien ist bekanntermaßen eher stürmisch, kalt und regnerisch im antarktischen Sommer; es würde einen langen Aufenthalt auf der Insel bedeuten,
wenn ich eine vernünftige Chance für einen sonnigen, windstillen Gipfeltag abwarten müßte. Und es gäbe nur eine Chance im Leben; eine Wiederkehr und ein nochmaliger Versuch würden aus Kosten- und Altersgründen ausgeschlossen sein. Die Begleiter müßten in der Lage sein, sich für Wochen von ihren sonstigen Verpflichtungen freizumachen, und das in einer Jahreszeit, in der der Mensch üblicherweise nicht Urlaub nimmt: bis zu sieben Wochen in der Periode zwischen Oktober und Februar, schätze ich. All das potenziert die Probleme: Ich bräuchte eine Mannschaft mit viel Zeit und Geduld, eine Mannschaft, die bereit wäre, viel Geld zu opfern, denn das Unternehmen würde kostspielig werden. Am besten also Menschen wie ich einer war: wohlhabender Pensionär oder reicher Arbeitsloser.

Dazu käme, daß alle Beteiligten die Besteigung des Mount Paget als ihr oberstes Ziel ansehen müßten; es würde nicht genügen, mal eben nur einen Trip nach Südgeorgien zu unternehmen, um dort Pinguine zu fotografieren und nebenbei 'ein bißchen' bergzusteigen. Alle müßten auf das Ziel eingeschworen werden.

Ich schicke gleich voraus: Ich habe es nicht geschafft.

Sich zu ergeben scheint den meisten Menschen als Katastrophe und unverzeihliche Schwäche. Aber der Krieg zwischen mir und der Wirklichkeit läßt sich nicht anders beenden. Indem ich die weiße Fahne hisse und meine Illusionen aufgebe, erlaube ich der Wahrheit endlich, meine Gefangenschaft zu beenden. Wie kann aber diese Kapitulation geschehen?

Nun, zuerst indem ich kämpfe. Indem ich versuche, das Unmögliche zu erzwingen. Das bedeutet zunächst, daß ich mich mit Südgeorgien als Reiseziel auseinandersetze.
"



Dieses Kapitel ist erhältlich als Teil von Buch N und

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