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Was ist ein Berg?

Zedlers Universallexikon, 1733:


"Berg heisset ein Teil der Erden so über den Erdboden in einer ziemlichen Höhe erhaben ist. Man fragt deswegen billig, aus was für Ursachen denn solche große Werke sind gemacht worden und was sie für Nutzen haben."

Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon für das deutsche Volk, 1841:  

"Ein Berg ist eine Erhebung im Gelände und im Gegensatz zu einem Hügel meist höher oder steiler. Berge können spitz, schroff, blockartig, (un)symmetrisch oder als Tafelberg auch flach sein. Sie können frei in der Landschaft stehen, sind jedoch meist Teil eines Gebirges".

Aus dem Online-Lexikon Wikipedia:  

"Berg werden im Allgemeinen alle beträchtlichen Erhöhungen der Erdoberfläche, die minder bedeutenden dagegen Hügel oder Anhöhen genannt. Die gewöhnliche Gestalt der Berge ist kegelförmig, das heißt sie erheben sich von einer ansehnlichen Grundfläche aus mehr oder minder steil und fallen von ihrem höchsten Punkte, dem Scheitel oder Gipfel, der, wenn er dick und abgerundet erscheint, Kuppe, bei eigenthümlicher Gestalt auch Horn, Nadel, u. s. w. heißt, ebenso wieder ab. Die dadurch gebildeten Seiten eines Berges heißen Abhänge".

Das Wort:

 
Bedeutungen: 


[1] natürliche Erhebung auf der Landoberfläche der Erde und dem Meeresboden
[2] künstliche, vom Menschen geschaffene Erhebung, Aufschüttung, Halde auch im übertragenen Sinn
[3] geologisch, geophysikalisch und montanwissenschaftlich: feste Erdkruste; Untertagebereich; „im Berg“
[4] übertragen, umgangssprachlich: Haufen, Anhäufung


Herkunft:

althochdeutsch: berg - der Hohe


Übersetzungen:

  • Arabisch: dschabal
  • Bengalisch: parbat
  • Chinesisch: shān
  • Dänisch:  bjerg 
  • Englisch: [1] mountain,  [1] hill, [4] heap 
  • Finnisch: vuori
  • Französisch:  montagne  
  • Georgisch: mta
  • Griechisch: βουνό
  • Hindi: parvat, pahāRa
  • Indonesisch:  gunung  
  • Isländisch: fjall
  • Italienisch: monte , montagna 
  • Japanisch: yama
  • Katalanisch:  muntanya
  • Luxemburgisch: Bierg
  • Nahuatl: tepetl
  • Niederländisch: berg
  • Norwegisch: fjell 
  • Persisch: (kūh)
  • Plattdeutsch: Barg

     

  • Polnisch: góra, wzniesienie 
  • Portugiesisch: monte, montanha
  • Russisch: гора (gorá)
  • Schwedisch: berg 
  • Slowenisch: gora
  • Spanisch: montaña
  • Tschechisch: hora
  • Türkisch: dağ
  • Ukrainisch: гора (hora)  


Dialektausdrücke:

 - Erzgebirgisch: Barg

 - Düsseldorferisch: Bäch

 

Das Wort Gipfel wird auch für politische Spitzentreffen verwendet. (z.B. Umweltgipfel, Gipfeltreffen). Im Rahmen dieser Buch-Serie: Hiru Erregeen Mahaia im Baskenland.
 
Im Sprachgebrauch von Mittelgebirgsbewohnern und -besuchern bezeichnet Gipfel auch einen freistehenden Felsen. In Sachsen ist der Gipfel sogar definiert als "Mindestens 10 Meter hohes, freistehendes nur durch Klettern, Sprung oder Überfall zu erreichendes Felsgebilde." Im Rahmen dieser Buch-Serie: Tschechische Enklave im Hamburger Hafen.


Entstehung von Bergen

Berge sind in der Regel eine Folge der Plattentektonik der Erde oder vulkanischen Ursprungs. Bewegen sich zwei Platten der Erdkruste gegeneinander, so wird an der „Knautschzone“ oft ein Gebirgszug aufgeschoben. Dessen Berge zeichnen sich durch schroffe Gestalt und große Höhe aus. Herausragende Beispiele sind die Berge des Himalaya und der Anden, aber auch von Alpen, Balkan oder Zagros. Mit zunehmendem geologischen Alter trägt die Erosion dazu bei, daß die Formen milder und die Gebirge niedriger werden. Beispiele dazu bieten die deutschen Mittelgebirge.

Im Bereich von Subduktionszonen, wo sich eine Platte der Erde unter eine andere schiebt, wird die untere aufgeschmolzen. Die heiße Schmelze ist leichter als ihre Umgebung und dringt nach oben. Die ist eine Ursache des Vulkanismus, der ebenfalls für das Entstehen vieler Berge verantwortlich ist.


Berge können auf der Erde kaum höher als 9 km emporragen. Dies liegt daran, daß die Basis eines Bergs sich ab dieser Höhe aufgrund des enormen Drucks verflüssigt und so die Maximalhöhe festgelegt wird.

Mythisches


Um viele markante Berge ranken sich Sagen und Mythen, in denen dem Berg selbst eine Persönlichkeit zugeschrieben wird. Seit dem 19. Jahrhundert wurden Berge als „Sportgeräte“ für den Alpinismus entdeckt, im Laufe des 20. Jahrhunderts entstand parallel zum traditionellen Bergsteigen das Extremklettern.


Berge stehen für Beständigkeit und Unveränderlichkeit und finden in diesem Sinne in vielen Sprichworten Erwähnung: „Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muß der Prophet zum Berge gehen“. Viele Menschen fühlen sich am Berg „dem Himmel näher“, und dieses Erlebnis ist Anregung zu Nachdenken oder Gebet. Als „Leiter zu Gott“ tragen daher viele niedrige bis mittelhohe Berge eine Kapelle oder Gedenkstätte, in den Hochgebirgen Europas oft ein Gipfelkreuz.

Was ist ein Berg?

(von der Basler Schriftstellerin Birgit Kempker auf die Frage von Armin Dallapiccola:)

„Die Frage sollte einem Berg gestellt werden. Der Berg spricht nicht. Der Berg steht für sich. Der Berg lockt, weist ab, schluckt Menschen, läßt sich von oben bis unten besteigen mit Bärengutmütigkeit, bietet lebensgefährliche Schönheit den Menschen, schickt Stein und Geröll, Blitz, Donner, Hagel, Lawinen, labt mit wilden Panoramen, Licht, Kräutern, Tieren, Mythen, Gemsen, Fabelwesen; rostrote Alpenrose, langblättriger Sonnentau, Berg-Hauswurz und Fieberklee, Alpendohle, Bock, Adler, Kauz der Steine, an seinem Fuße Bäume, Blätter, Nadeln, Unkraut, Wasser, Wind, in seiner Luft die Vögel, Helikopter, Wolken, Glocken aus dem Tal. Pferdekutschen. Decken. Schnaps. Es grollt der Berg und spaltet sich, wirft den Wanderer ab, wie der Wal den Ahab, das Pferd den Mensch, schließt ein, wie der Eiswürfel die Fliege, der Gletscher die toten Kinder, schießt ein, wie der Stoff in den Pilz durch das Moos im Wald. Der Pilz ist die dem Menschen angemessene Dosis Berg.

Der Berg ist spitz oder flach, in jedem Fall hoch, sonst ist er ein Hügel, und nicht in der Stadt, sonst ist es ein Turm oder Wolkenkratzer, eine Leiter zu Gott, zum Kamin, zum fensterln, sonst der Calvarienberg knapp außerhalb der Stadt, bevor er das erste Mal starb.

Zum Berg gehört außer: der Himmel - der Adler und das Gesetz. Er ist schroff und aus Stein. Umgang mit Berg heißt für Menschen: Klimmen, klettern, steigen, seilen, pickeln oder beschauen, den Berg, sich selbst oder Ansichtskarten, oder darauf schreiben, schicken.

Meist ist mit Berg nicht Berg gemeint, der geologische Berg, sondern der innere Berg, die Trutzburg, der Fels, der du bist, vor dem du sitzt, der dir die Aussicht versperrt, weshalb es eng ist und dunkel, trotz dieser hohen Luft: die vernagelte Stirn, das Brett, das Band um das Herz, die ausgestochenen Augen.

Ob auf dem Gipfel, im Tal: das Bergmassiv ist gemeint, der Selbstkomplex, der Seele trocken tief verschneite Dunkelheit.

Was ist Schnee? Schnee ist, wenn du im Haus bist oder eine Hütte dir in Aussicht steht, Balsam fürs Gemüt, was gerne aufgepeitscht und dann besänftigt wird und Kälte liebt, wenn ihr die Wärme folgt, und jeden Grund für Tee mit Rum und Kandis sucht. Der Berg ist härter als der Kopf. Dem Kopf imponiert Härte sehr, die er für ein wasserdichtes, unbestechliches, in sich selbst schon grausam ewiges Zeichen für wahre Größe hält.

Was ist der Mensch? Nimm die Lupe. Schau hin. Mit wieviel Liebe zum Fossil ist des Menschen Sammlerherz reich und prächtig ausgestattet und wie unermüdlich forscht und staubt und hegt und pflegt er jedes frühste Zeichen seiner Art, wie sehnt er sich auf Schritt und Tritt nach Möblierung, besonders innerlich, wie ängstigt den Menschen da draußen der Mond, das Heulen der Wölfe, die Schlange, wie ängstigt ihn das Glück der blutsaugerischen Mücke, die nach innen hüpft, Rilke, jedes Hälmchen, jeder Staub, jedes Korn, jede Pusteblume, jeder Löwenzahn, jedes Rädchen, jedes Schräubchen, jeder Flur und jede Fliese, alles Wasser, alles, was zu keinem Gebrauch frei und gefährlich ungemütlich ist, und wieviel Angst hat Platz in ihm vor Implosion all dieser Daten, Dichter und Dinge, die er sammelt als sich.

Der Berg ist Expression pur. Die pure Gestalt. Gestalt gewordener, in Stein, nicht mal gehauener, in Stein sich selbst gezeugter Wille zum Berg. Und viel Wind. Wo ein Berg ist, ist das Wetter schnell. Es entscheidet über Leben und Tod bei Expedition.

Am Berg lieben wir, gefahrlos das zu lieben, was wir an uns selbst nicht liebten, wenn wir sie hätten, die Konsistenz des Steins, sein Gewicht, seine Unerbittlichkeit, Zuverlässigkeit. Petrus war Fischer, bevor er der Fels war, auf den Jesus seine Kirche baute. Er kannte die Meere, die Liebe der Frau und der Kinder. Er fiel auf Befehl partiell aus der Liebe. Er opferte sie. Er ist der seltene Fall von lebendigem Stein.

Das Feste scheint sicherer als das Flüssige, das Wasser, das zur Vernichtung neigt. Die Rettung der Ertrinkenden ist Sache der Ertrinkenden, wie das russische Sprichwort sagt. Auf Petrus hat Jesus seine Kirche gebaut. Ins Körbchen wurde Moses gesetzt. Ein Fels in der Brandung kann Rettung bedeuten, oder der Hintergrund sein, vor dem die Wellen ihr Opfer zermalmen. Die Luft ist in der Höhe dünner und der Körper leichter, die Gefühle heftiger und die Menschen in ihren Städten unten weiter weg, und selbst mit Hand und Fuß in einer Wolke stehen, ist auf dem Berg eine Sache der Menschenmöglichkeit und nicht des Himmels. Also übersteigt auf dem Berg der Mensch sich selbst.

Doch wehe, das Wohlgefallen an einer Wolke kann sich dir steigern bis hin zum Verdruss, dass dir die Wolkigkeit einer tiefhängenden Wolke vor einem Berg manisch hysterisch hypochondrisch wolkig vorkommt, dir mit überschwenglichem Pinsel vors arglose Auge geschleudert um Aufmerksamkeit buhlt, dich per blendender Erscheinung besticht und beschäftigt hält und du nicht zu dir kommst, was dir der Berg in seiner Stille und Größe unaufdringlich verhieß, in seiner mannigfach bezaubernden Einfalt, deine Einkehr zu dir.

Der Berg ist ein entgegenkommender Ort, wie auch die Höhle, die sein Pendant ist zur Ragung, seine Einstülpung. Wer auf einem Berg lebt, ist nicht schnell im Kino. Der Berg ist mit seinem Wetter um sich herum spektakulär und in diesem Sinn ein echtes Anti-Zen-Ding. Ein Riese. Singulär. Ichich. Senkrecht und selbstbehaupterisch. Dies träfe zu, wenn der Berg ein Mensch mit einem Willen wär. Es liegt nicht am Berg. Es liegt am Mensch. Der Berg fordert den Willen der Menschen heraus. Manche besteigen ihn. Manche markieren dabei noch nie gegangene Routen. Manche, die besten, verlieren die Zehen. Manche siedeln, manche mit Mühsal, an seinem Fuße.

Für die ängstlichen und anders in Umwege verliebten, für die symbolisch veranlagten, für die Zögerlichen, für die Entscheidungsschwachen, für die Muttersöhne der Erde ist Berg die erträgliche Form von Frau, von harter Erde, Mondgestein, nicht morastigem Sumpf, und, das ist der Klew, appolinisch genug, so in die Lüfte stechend, so Leuchtturmlicht und schlank und leicht und gar nicht Bleiankerschwer und Uhbootangst, so eine wunderbare bucklige Hormonstoßmöglichkeit für den, der ihn nur lang genug bearbeitet, den Berg, denn was immer wen, was immer wer auf den Berg, auf dem Berg treibt, der größte Kick ist, die übermenschliche Herausforderung, vom Berg herunter zu den Menschen zurückzukehren.

Wenn du irgendwo absinkst, wenn du auftauchst, steigst, nenn es Tunnel, Bar, Lift, nenn es Musik, Schneise, Scheide oder Katapult, Helikopter, Traum, Rakete, nenn es Piste, Ballon oder Stoff, Pferd, Pistole, Licht, nenn es morgens, abends, mitten am Tag, immer ist Berg, denn der Berg ist ein senkrechter Rand, wie du selbst, der du zwischen den Welten hängst und in die Landschaften ragst.“