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Was ist eine Grenze?

Aus dem Online-Lexikon Wikipedia:   


„Eine Grenze ist der Rand eines Raumes und damit eine Trennlinie. Dazu gehören politisch-administrative Grenzen oder Eigentumsgrenzen. Auch unscharf begrenzte Gebiete wie z.B. Landschaften und Verbreitungsgebiete haben Grenzen, die man jedoch nicht in der Natur durch Linien festlegen kann.“

 Übersetzungen

  • Bulgarisch: граница (granica)
  • Englisch: border
  • Französisch: frontière
  • Isländisch: landamæri (Landesgrenze)
  • Russisch: граница
  • Spanisch: frontera
  • Serbisch: граница 

Wortherkunft

Das ursprüngliche deutsche Wort für Grenze war "Mark". Als aber in der ottonischen Epoche dieser Begriff auch für die an der Grenze liegenden Länder in Gebrauch kam, wurde für die Grenzlinie das polnische Wort granica übernommen, verwandt mit „Rain“.

Entstehung von Staatsgrenzen

 

 

Grenze von 1768 zwischen Republik (Kanton Bern) und Monarchie (Vorderösterreich) auf der Salhöhe / Schweiz

 

Ältere politische Grenzen zwischen zwei Ländern fallen oft mit natürlichen, teilweise nur schwer überwindbaren Barrieren zusammen: Gebirge, Fluß, Meer oder Meeresarm, Wüste, Urwald oder Bergland. Diese stellen im Regelfall auch die Sprach- und Kulturgrenzen dar.

Viele spätere Grenzen, wie jene zwischen den Bundesstaaten der USA, wurden vertraglich auf bestimmte Längen- oder Breitengrade festgelegt. Diese geraden Grenzen, die sich auch in Afrika finden, werden Reißbrettgrenzen genannt. Sie entstanden nicht durch jahrhundertelange evolutionäre Prozesse, sondern sind auf Willensakte in der Regel fremder Herrscher zurückzuführen.

Eine Besonderheit ist beispielsweise die beim Wiener Kongress 1815 vereinbarte Grenze zwischen dem Norden der niederländischen Provinz Limburg und Preußen. Sie wurde als jene Linie östlich der Maas festgelegt, von der mit damals üblichen Kanonen die auf der Maas verkehrenden Schiffe nicht mehr getroffen werden konnten. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Selfkant, Niederlande.

Weitere Spezialfälle sind die deutsch-luxemburgischen Grenzen an beiden Ufern der Sauer, die das Flußbett zu einem Kondominium machen. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Luxemburg.

Die französisch-spanische Grenze im Grenzfluß Bidassoa ist bei der Fasaneninsel absichtlich nicht festgelegt, so daß die Souveränität über die Insel in halbjährlichem Takt zwischen beiden Ländern wechselt. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Llívia.

Die Demarkation der spanisch-portugiesischen Grenze ist bei Olivenza, die dänisch-Kanadische Grenze beim Hans Island unterbrochen. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Olivenza, Grönland.

Gemeindegrenzen folgen ebenfalls meistens den oben erwähnten Linien, überdies aber auch Bergkämmen und Bächen.

Markierung von Grenzverläufen

Aus der Sicht der Geodäten ist eine "Grenze" eine geometrisch definierte Linie, die entweder in der Realität mit Hilfe von Grenzzeichen festgelegt oder aber in einem Bezugssystem durch die Angabe von Koordinaten definiert wird. Wenn der Grenzverlauf nicht in der Natur ersichtlich ist, können die Grenzpunkte durch Grenzsteine, Rohre, Grenzbäume, Grenzbolzen, Meißelzeichen u. Ä. markiert werden. Dabei spricht man von Grenzvermarkung. Werden Grenzen durch bauliche oder landschaftsgestaltende Maßnahmen befestigt, so spricht man von einer Grenzbefestigung.Die Lage der Grenzsteine und der übrigen Markierungen (Schranken, Tafeln, Ecken von Gebäuden usw.) wird zentimetergenau bestimmt.

Exakte Bestimmung von Grenzverläufen

Der Grenzverlauf ist in der Regel durch gerade Linie zwischen den Grenzpunkten definiert. Geraden haben den Vorteil, dass sie durch 2 Punkte definiert sind und durch eine Visur oder ein Alignement leicht zu realisieren sind. Nur in Ausnahmefällen werden Krümmungs- oder Trassierungselemente herangezogen.


Im Gebirge und an Gewässern kann die Festlegung der Grenzverläufe schwierig sein: Im Bergland muß der Geodät oder der Forstwirt einen höheren technischen Aufwand betreiben, auf manchem Steilhang ist es schwer, die Punkte dauerhaft zu vermarken, weil die Erosion (Hangrutschungen usw.) das Gelände verändert. An Gewässern wiederum ändert sich die Uferlinie ständig, während die Kataster-Grenze allenfalls in längeren Zeitabständen der Natur angepaßt werden kann.


Die früheren Probleme der Punkt-Stabilisierung gehören allerdings seit der Praxistauglichkeit des Global Positioning System (etwa 1985) und dem Aufkommen rein digitaler Methoden zur Erfassung der Vergangenheit an.


Fast immer verlaufen Gemeinde- oder Landes-Grenzen auch über Gipfel. Der Gipfel ist wie jede Kammlinie stets auch Wasserscheide.