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Was sind Enklaven/Exklaven?

Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon für das deutsche Volk, 1841:  

„Enclaven heißen kleine Gebiete eines Staates, welche vom Hauptgebiete völlig abgetrennt und innerhalb der Grenzen eines anderen Staats liegen.“

Aus dem Online-Lexikon Wikipedia:  

Eine Enklave (von französisch enclaver, einschließen, aus lateinisch clavis Schlüssel) ist ein vom eigenen Staatsgebiet vollständig eingeschlossener kompletter fremder Staat (Enklave Typ 1) – Im Rahmen dieser Buch-Serie San Marino, Vatikanstadt, Seborga – oder ein Teil eines fremden Staatsgebietes (Enklave Typ 2) – Im Rahmen dieser Buch-Serie: West-Berlin während der Existenz der DDR, Büsingen am Hochrhein, Campione, die Enklaven der belgischen Vennbahn, Llívia, San’kova Medvezh’e, Sastavci und andere.  

Komplementär bezeichnet man als Exklave den Teil eines Staatsgebiets, der vom Hauptterritorium abgetrennt ist und auf dem Landweg nur über das Territorium eines oder mehrerer anderer Staaten zu erreichen ist.

Enklaven des Typs 1 können, da es sich um selbständige Staaten handelt, keine Exklaven sein.

Exklaven des Typs 3 sind Teil eines Landes, das vom Hauptteil isoliert, aber nicht völlig vom Territorium eines anderen umgeben ist, also keine Enklave im strengen Sinn ist. Im Rahmen dieser Buch-Serie: das Kaliningrader Gebiet. Im übertragenen Sinn, in Bezug auf die Erhebung von Zöllen, ist auch das schweizerische Samnaun eine Enklave des Typs 3. Da diese Gebiete Zugang zu einem Meer, einem See oder zum Territorium des anderen Landes haben, sind sie keine Enklaven im engeren Sinn, wohl aber Exklaven.

 

C ist eine Enklave in A. C ist die Exklave von B

D: Exklave, die keine Enklave ist 
 
Randfälle

Gebiete am Wasser

Bei Gebieten, die am Meer oder an Binnenseen liegen, sprechen die meisten dann nicht von einer Enklave, wenn die Gebiete eine durchgehende Verbindung ihrer Hoheitsgewässer zur staatsfreien hohen See oder einem anderen Teil des gleichen Staates haben. Monaco wird wegen seiner Verbindung zur offenen See und Dubrovnik wegen der Verbindung zu kroatischen Hoheitsgewässern nicht als Enklaven im engeren Sinne angesehen. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Monaco, Kroatien.

Eine echte Enklave am Wasser stellt dagegen Campione d’Italia dar, da der Luganer See zwischen Campione und dem anderen italienischen Teil des Sees eindeutig Schweizer Hoheitsgebiet ist.

 Inseln

Inseln, die eine Verbindung über Hoheitsgewässer oder offenes Meer zum Hauptgebiet des Staates aufweisen, werden im allgemeinen nicht als Exklaven bezeichnet. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Azoren, Madeira, Färöer, Spitzbergen, Jan Mayen.

Funktionale En-/Exklaven

Manche Gebiete haben geographisch eine Landverbindung zum Rest ihres Staatsgebiets, können aber normalerweise verkehrstechnisch nur über das Gebiet eines anderen Staates erreicht werden. Ein bekanntes Beispiel ist das österreichische Kleinwalsertal, dessen einzige Straßenverbindung ins deutsche Oberstdorf führt. Solche Gebiete sind zwar keine echten Enklaven/Exklaven, weisen aber viele ihrer Merkmale auf. Sie werden Unechte oder Pene-Enklaven genannt (in Anlehnung an englisch Peninsula für „Halbinsel“). Im Rahmen dieser Buch-Serie: Kleines Walsertal und Jungholz, Livigno, Samnaun, Os de Civis bei Andorra, kroatisches Dubrovnik, Bröger.

Exterritoriale Gebiete

Exterritoriale Gebiete sind Gebiete, in denen die Gesetze des umliegenden Staates nicht gelten, die ansonsten aber als zu dessen Staatsgebiet gehörig angesehen werden (Botschaften zählen nur eingeschränkt dazu, da der Gastgeberstaat in ihnen nur einen Teil seiner Hoheitsrechte aufgegeben hat.). Solche exterritorialen Gebiete werden in der Regel nicht als Enklaven/Exklaven angesehen. Dies gilt zum Beispiel für die exterritorialen Besitzungen des Heiligen Stuhls oder das Priorat von Malta in Rom.

Enklaven in anderen Gebietskörperschaften

Der Begriff der Enklave kann auch auf andere Gebiete als auf Staaten angewandt werden. So kann man die Schweiz – zusammen mit Liechtenstein – als Enklave in der Europäischen Union ansehen oder Bremerhaven als Enklave in Niedersachsen.

Enklaven und Exklaven

Mit Ausnahme selbständiger Staaten sind alle Enklaven auch Exklaven. Wenn man andere Verwaltungsebenen betrachtet, gilt entsprechendes: Jede Enklave ist eine Exklave, es sei denn, sie stellt auf der betrachteten Ebene eine abgeschlossene Einheit dar. So ist Bremerhaven eine Exklave des Bundeslandes Bremen; das Bundesland Berlin ist dagegen zwar eine Enklave in Brandenburg, aber keine Exklave. Helgoland ist eine Exklave des Landkreises Pinneberg. Wegen seiner direkten Wasserverbindung würde man Helgoland aber nicht als Exklave Deutschlands ansehen. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Helgoland. Mit Ausnahme der Exklaven des Typs 3 sind alle Exklaven auch Enklaven.

Spezialfall: Enklaven können ihrerseits – wie Metastasen – Exklaven bilden. Im Rahmen dieser Buch-Serie: West-Berliner Exklaven zur Zeit der DDR. Solche Unter-Exklaven können vom Gebiet anderer Enklaven eingeschlossen sein. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Baarle.

Exklaven als politisches Problem

Exklaven sind außergewöhnlich oft Gegenstand sowohl innen- als auch außenpolitischer Spannungen. Diese lassen sich grob in folgende Gruppen einteilen, wobei bei vielen Konflikten mehrere Faktoren ein Rolle spielen.

  • Transitprobleme: Entweder das Land zu welchem die Exklave gehört oder aber das Transitland stellen überzogene Forderungen bei Transitleistungen (Verkehr, Elektrizität, Kommunikation). Ein geschichtliches Beispiel hierfür war die Versorgung Ostpreußens zwischen den beiden Weltkriegen. Aktuell gibt es Probleme bei der Versorgung des Kaliningrader Gebietes.  
  • Separationsprobleme: Die Bewohner der Exklave fühlen sich dem Mutterland nicht zugehörig oder vom Mutterland vernachlässigt und fordern teilweise oder vollständige Souveränität.
  • Annexion, Auslöschung: Das Land, welches die Exklave umgibt, versucht, sie in sein Staatsterritorium einzuverleiben.  
  • Verbindung der Exklave mit dem Mutterland: Das Mutterland versucht, ob durch Diplomatie oder durch Krieg, ein territoriale Verbindung zur Exklave herzustellen. Ein Beispiel hierfür ist der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Trans-Kaukasus.
Sprachinseln
In übertragener Bedeutung spricht man auch bei Sprachinseln von Enklaven/Exklaven. Unter Sprachinsel wird eine verhältnismäßig kleine geschlossene Sprach- und Siedlungsgemeinschaft verstanden, welche sich in einem anderssprachigen größeren Gebiet befindet. Sprachinseln entstehen durch Zuwanderung kleiner Sprachgruppen in anderssprachige Gebiete (Beispiel: Katalanen auf Sardinien) oder durch Zuwanderung einer dominanten Sprachgruppe und der darauf fast vollständigen Assimilation der ursprünglichen Bevölkerung. (Beispiel: Sorben in Ostdeutschland). Entscheidend ist, daß die Sprache im Ursprungsland noch gesprochen wird. Im Rahmen dieser Buch-Serie: Aostatal, Alghero auf Sardinien, Bosco Gurin, Gagausien, Saterland, Ladinien, Fersental, Lusern und Giazza, Tataren auf der Krim und andere.