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Bosnien und Herzegowina / Republika Srpska – Maglić


Serbische "Entität" eines Staates, der vorerst mehr auf dem Papier steht als daß er Realität wäre


Aufstieg zum Maglić


Zur Orientierung: http://www.youtube.com/watch?v=WmfBDAMQdpE



Auszüge:


 

 

Der Maglic-Gipfel voll in serbischer Hand: Wir sind in Bosnien, und da gehen die Nationalitäten durcheinander

 

"Der respektheischende Dom erweist sich einfacher als gedacht. Nur ein kurzes Kaminchen ist zu durchklettern; dabei gerät die Gipfelfahne aus dem Blick. Dann wieder harmlose Schrofen bis zum Gipfel. Erst auf den letzten 20 Metern kommt die Fahne wieder zum Vorschein, und jetzt in aller Klarheit: Blech ist es, das sich knarrend an einer eisernen Stange dreht; die serbischen Farben: rot – blau – weiß sind aufgemalt – hier stehen sie für die Republika Srpska.

10 Uhr 20 ist es, als ich mich zur wohlverdienten Rast auf dem Steinhaufen niedersinken lasse, in dem die Stange steckt. Dreieinhalb Stunden habe ich gebraucht seit heute morgen. Halt! Da springe ich schon wieder auf: Es gibt ja einen noch viel bequemeren Sitzplatz! Den Quader des Vermessungssteins, der neben den Fahnenmast plaziert ist. Auch er ist rot – blau – weiß angemalt.

Erste Kumuluswolken kommen auf, sie sind aber noch harmlos. Wieder bin ich ganz allein mit mir, mit brummenden Wespen und Fliegen. Wieder überfallen mich Gefühle einer einzigartigen Einsamkeit, die mir heute beschert ist. Gerade noch habe ich Elend und Zerstörung gesehen, bin durch Landstriche gefahren, in denen Überlebende des Krieges vegetieren; und jetzt in den Himmel gehoben über all diesem Ungemach? Bin ich auch ein Überlebender in der langen Kette meiner Glückszufälle? Erlebe ich dasselbe Glück wie die Gestürzten und Gestrauchelten, die Abgebrannten und Liegengelassenen im Tal, die noch einmal Davongekommenen?

Ich weiß es nicht, kann es nicht sagen. In das Hochgefühl auf Gipfeln mischt sich immer die Angst vor dem Abstieg. Noch bin ich nicht heil an meinem Auto zurück. Noch könnte ich mir einen Knöchel umknicken, irgendwo fallen und hart aufschlagen, liegen bleiben, elend verrecken.

Ich muß die Gedanken verscheuchen, sie passen nicht zu dem Sonnenschein und der Himmelsnähe."

 

Auch zwei Schnecken wollen auf den Maglic

 

"Ich raste kurz und messe 1995 Meter Höhe. Kurz danach erreicht der Pfad die Wand des Pfeilers. Dort ist zur Überwindung der anspruchsvollsten Passage eine fixe Drahtseilsicherung angebracht. Hellgrauer Fels unter meinen Händen. Steil durch Rinnen und kleine Kamine hangle ich mich empor. Nur noch einmal sichert ein Drahtseil einen Quergang, dann stehe ich auf dem Dach des Nordostpfeilers.

Schwindelfrei sollte man hier sein. Ich stöbere eine Schlange auf, die sich hier oben sonnte; schnell ringelt sie sich in das Kraut zwischen die Kiesel, als sie mich daherstapfen hört. Das hätte gefährlicher ausgehen können. Wie immer in solchen Situationen habe ich kein genaues Gefühl für die Gefahr, die mich umgibt; zu sehr treibt mich das Ziel voran. Wie sagte Jean Paul: 'Mut besteht nicht darin, daß man die Gefahr blind übersieht, sondern darin, daß man sie sehend überwindet.' Nun, nur wer sie überwindet und nicht darin umkommt, kann so etwas sagen; vielleicht ist es immer Zufall, daß ich Gefahren überwinde? Sind es überhaupt Gefahren oder ist es nur Ungewohntes? Überwinde ich sie überhaupt oder gehen sie einfach unbemerkt an mir vorbei?

Vor dem Krieg in Bosnien waren viele Schafhirten mit ihren Herden im Sommer hier anzutreffen; seither sind sie weggeblieben. Auch das erhöht das Gefahrenpotential: Der Weg kann noch so harmlos sein, ein kleiner Fehltritt, ein verstauchtes oder gebrochenes Bein, und ich hätte ein gravierendes Problem. Es gibt kein Wasser entlang des Pfades. Wasser ist das Wichtigste zum Überleben in der Not."

 

Morgen im Tal der Drina

 

Dieses Kapitel ist erhältlich als Teil von Buch O und

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