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 Im Autonomen Südtirol - Ortler - 

und noch ein paar mittelhochbayrische Sprachinseln im Trentinischen: Bersntol, Lusèrn und Ljetzan


Autonome deutsche Regionen Italiens

   


Auf dem höchsten Berg der Ostalpen

 

Auszüge:

„Der Mittwoch beginnt schon beim Aufwachen mit Regen. In der Nacht hatte es wieder ein Gewitter gegeben. Jetzt sieht es ganz traurig aus. Aber der Sender Bozen auf Kanal 99,8 sagt: Mittwoch noch wechselhaft, immer wieder mit Regenschauern, Donnerstag anfangs sonnig, später wieder Regen, Freitag Wetterbesserung möglich, Samstag recht sonnig. Es wird also besser, kann nur besser werden. Alles spricht dafür, daß ich am Freitag aufbrechen soll, um am Samstag auf dem Gipfel zu stehen. Und tatsächlich, gerade als ich das in meine Tagebuch-Zettel notiere, bricht der Himmel auf, die Wolken werden beiseite geschoben und die Sonne scheint voll durch die Frontscheibe meines Subaru. Um 11 Uhr, wie verabredet, stehe ich wieder im Führerbüro.

'Besser wird’s', sage ich der Dame zur Begrüßung und setze mein fröhlichstes Lächeln auf, das ich mir an einem solch durchwachsenen Tag abringen kann. 'Ah, jetzt hat er a positive Haltung', stellt sie fest. 'Ihr Mitstreiter war scho da, der packt scho un geht heit no auf die Hütt’n.' Also muß ich wohl heute schon los.

Es gibt nicht mehr viel zu reden. Raus zu meinem Subaru, noch mal zurück zu meinem Stamm-Parkplatz, an dem ich mich in Ruhe umziehen und noch ein Mittagessen kochen kann. Erstaunlich: Die Sonne scheint noch immer. Dann wieder hochgefahren ins Dorf. Im Lebensmittelladen die letzten Notwendigkeiten eingekauft, einen Apfel gewaschen und eingesteckt. Noch einen letzten Blick auf den Wetterbericht, den neuesten von 11 Uhr: 'Heute noch Wechsel zwischen Sonne und Wolken und einzelne Schauer und Gewitter, gegen Abend aufklarend. Donnerstag klar und sonnig beginnend, aber schon am späten Vormittag Quellwolken und am Nachmittag Gewitter.' Das ist die Lücke, in die ich stoßen will. Eigentlich hört sich die Vorhersage genauso mies an wie all die Tage zuvor, doch das mache ich mir jetzt nicht mehr so recht klar. Die Tatsache, daß mein Kamerad schon unterwegs ist, daß ich einen haben werde, der mit mir zusammen geht, wirft alle Zurückhaltung über Bord.


Aus dem Parc-Hotel neben dem Führerbüro, drei Sterne, Parc mit 'c', damit es vornehm aussieht, treten zwei edle Herrschaften, er etwa in meinem Alter, mit keckem violetten Hütchen, eine brandneue Khaki-Uniform an, Sonnenbrille auf. Sie asketisch-verhärmt, mit gefärbtem Kurzhaarschnitt, ebenso auf 'Wandern' gestylt, Typ Schrapnell. Beide schreiten langsam, gemessenen Schrittes, prüfen die Luft. Sind unschlüssig, was sie tun wollen. Zum Glück wollen die nicht auf den Ortler.“


„Zuerst lerne ich 'schraibe di Nem von Vichar' – die Namen von 'Viechern' schreiben. 'Bas is disar?' Was ist das? 'Disar is a stiar'. Dies ist ein Stier. 'Bas is disa? Disa is a khua. Bas is ditza? Ditza is a sboi'. Man unterscheidet säuberlich dieser, diese und dieses. 'Das Schwein' ist neutrum. Und was lerne ich noch? Di vlaüge, dar höbarspringar, dar snek und di sarattl stehen für Fliege, Heuschrecke, Schnecke und ... sarattl? Hm. Sarattl ist der Schmetterling, falls Sie das nicht gewußt haben sollten.

Und was tun die 'Viecher'? Bas tüatar dar hunt? Dar hunt pelt. Bas tüaze di khatz? Di khatz sgnånklt. Süß, miauen ist also sgnånkln. Bas tüaz sboi? Sboi krüket, grunzt. Bas tüatar dar vros? Dar vros springt. Bas tüaze di sarattl? Di sarattl flattart. Bas tüaz ‘s ross? ‘S ross loaft.

Was fressen sie denn? Bas vristar dar bolf? Was frißt er, der Wolf? Dar bolf vrist vlais. Wenn man die Lautverschiebung von 'b' zu 'w' verinnerlicht hat, ist Zimbrisch gar nicht mehr so schwer. Bas prokhze di goas? Was braucht sie, die Geiß? Di goas prokht gras. Bas snaketa ‘s vögele? ‘S vögele snaket khorn. Net alle di vichar vressan das gelaich. Zerte vressan gras, åndre vlais, un die mearastn vögln snakn au khorn un såm. Interessant ist das 'zerte' für 'manche'; im Englischen heißt das 'certain' – irgendwie scheint mir selbst dieses Allerweltswort aus dem Italienischen übernommen.“


Auch ein Gipfel: Werk Lusèrn auf der Cima Campo


Dieses Kapitel ist erhältlich als Teil von Buch K und

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